Auszeichnung
„Nachhaltige Hausarztpraxis“

Zertifikat

Der Gesundheitssektor ist für 5-7% der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Daher ist es sehr wichtig, in allen Bereichen des Gesundheitssektors auf Nachhaltigkeit zu achten und eine klimafreundliche Versorgung der Patienten zu etablieren. Aus diesem Grund hat der Hausärzteverband Baden-Württemberg die Auszeichnung „Nachhaltige Hausarztpraxis“ ausgegeben und animiert dadurch Hausärztinnen und Hausärzte in Baden-Württemberg zum nachhaltigen Handeln. Gemeinsam mit der „Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG)“ wurden
Bewertungskriterien erarbeitet, die eine nachhaltige Arbeit in der Hausarztpraxis abbilden. Je mehr Kriterien eine Praxis erfüllt, desto höher ist ihr Status als Nachhaltige Hausarztpraxis: Bronze 50%, Silber 65%, Gold ab 85%.

Wir haben uns als Hausarztpraxis seit dem Hausärztetag im März 2023 dafür entschieden, das Thema Nachhaltigkeit in der Praxis anzugehen. Seitdem haben wir ein individuelles Konzept für unsere Hausarztpraxis ausgearbeitet und wurden vom Hausärzteverband Baden-Württemberg für unsere Arbeit mit „Gold“ ausgezeichnet.

ENERGIE und RESSOURCEN sparen

Strom, Heizung, Klimaanlage

  • Anfang des Jahres hatten wir die einmalige Möglichkeit, mit unserer Praxis in einen Neubau zu ziehen.
  • Unsere Beleuchtung besteht zu 100% aus stromsparenden LED-Leuchten. Zudem haben wir unsere gesamte EDV auf stromsparende Geräte umgestellt.
  • Auf dem Dach des Hauses befindet sich eine Photovoltaikanlage.
  • Im Keller haben wir eine Erdwärmeheizung.
  • Unsere Räume werden 3x am Tag für 10 Minuten gelüftet.
  • Die Klimaanlage wird im ausschließlich in den heißen Sommermonaten mit einer Temperatur von 25 Grad eingeschaltet. Das dient im Sommer natürlich auch dem Hitzeschutz unserer Patienten.
  • Weiterführende Informationen: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen 

Nachhaltig einkaufen, Müll trennen und reduzieren

 

BEWEGUNG

  • Grundsätzlich gilt: kleine Schritte sind besser, als keine Schritte oder

   Jeder Schritt hält fit

  • Bewegung in den Alltag einbauen
    • Treppen laufen, statt den Fahrstuhl zu nehmen
    • Mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen
    • Mit dem Fahrrad oder der Bahn oder zu Fuß in die Sprechstunde 🙂
    • Mit der Bahn in die Stadt
    • Das Auto stehen lassen und einfach zu Fuß gehen
  • Bewegung wirkt wie ein Medikament
    • Weitere Informationen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/134517/37-Interdisziplinaeres-Forum-der-Bundesaerztekammer-Bewegung-wirkt-wie-ein-Medikament

-> Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung 

KLIMA-GESUNDE ERNÄHRUNG

Ungesunde Ernährung ist in Europa für ein Drittel aller vorzeitigen Todesfälle verantwortlich.

Unser Ernährungssystem verursacht etwa 30 Prozent aller menschengemachten Treibhausgasemissionen und ist somit ein wichtiger Treiber der Klimakrise.

Auch der größte Teil der Zerstörung noch intakter Wälder und anderer Lebensräume ist vorwiegend auf die Expansion von Agrarflächen für die Lebensmittelproduktion zurückzuführen.

PLANETRARY HEALTH (-diet)

Der Schlüssel zur Lösung der gesundheitlichen und ökologischen Probleme im Zusammenhang mit Ernährung ist identisch: der Wechsel hin zu einer vollwertigen, überwiegend pflanzenbasierten Ernährung. Diese beugt Krankheiten und vorzeitigen Todesfällen vor und trägt gleichzeitig entscheidend zum Schutz unserer Umwelt und unserer Lebensgrundlagen bei.

Wie eine solche Ernährung aussehen kann, haben Wissenschaftler:innen mit der „Planetary Health Diet“ beschrieben:

  • überwiegend pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse.
  • Milchprodukte nur in Maßen, und Fleisch – insbesondere rotes Fleisch – nur in sehr geringen Mengen.
  • Parallel dazu braucht es nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken, die Klima und Umwelt schonen, sowie die Halbierung der Lebensmittelverschwendung und -verluste. 

Vorteile von saisonalem / regionalem Obst und Gemüse

  • Höchster Vitamin- und Mineralstoffgehalt
  • Besserer Geschmack
  • kurze Transportwege
  • lokale Erzeuger werden unterstützt
  • oftmals preiswerter, da kurze Wege
  • schont die Umwelt – weniger Luftverschmutzung und Verpackungsmüll

→ Wer saisonal einkauft, kocht abwechslungsreicher/ vielfältiger

link: https://eatsmarter.de/saisonkalender 

Hier sehen Sie, wie wir in Deutschland essen im Vergleich zu den Empfehlungen der planetray health diet – zu wenig pflanzliche Ernährung, zu viel Fleisch!!!

Hier ein paar Tipps für den Alltag:

  • Was kann ich bei der Arbeit essen?
  • klare Suppen, Gemüse, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Salat, Fisch, mageres Fleisch und Obst.

→ Meal-Prep ist sehr zu empfehlen

  • Was ist der optimale Pausensnack?
  • Nüsse/Kerne, Vollkornreiswaffeln, Apfel, Banane, Joghurt mit Obst, Avocado, Tomaten-Mozarella, Gemüsechips
  • Wie viel Fleisch sollte ich pro Woche essen
  • dreimal pro Woche je 125-150gr.
  • Welches Fleisch sollte ich essen?
  • Mageres Hühnerfleisch ( Rind, Schwein, Lamm seltener)
  • Welche Empfehlungen gibt es zum Verzehr von Alkohol?
  • Nicht mehr als ein Standardglas bei Frauen pro Tag, nicht mehr als zwei Standardgläser bei Männern pro Tag. Standardglas: 1/8 Wein, ein kleines Bier, ein Glas Sekt, maximal fünf Tage die Woche

Weitere Infos: https://www.kenn-dein-limit.de/alkoholkonsum

 

WUSSTEN SIE SCHON?

  • Wussten Sie,
    • dass die Umstellung von einem Asthma-Spray auf ein Pulverinhalator so viel CO2 einspart, wie eine 1000km lange Autofahrt
    • dass man nur sehr wenig Alkohol trinken sollte?
      • Frauen: Nicht mehr als ein Standardglas pro Tag, maximal fünf Tage die Woche
      • Männer: Nicht mehr als zwei Standardgläser pro Tag, maximal fünf Tage die Woche
    • dass die Nahrungsmittelproduktion ein relevanter Treiber der Klimakrise ist
      • den größten Anteil an negativen Umweltwirkungen hat Produktion tierischer Produkte (30% Abfall/Verluste)
      • 30% aller menschengemachten Treibhausemissionen verursacht die weltweite Ernährungsproduktion
      • auf die Nahrungsmittelproduktion entfällt 70% des weltweiten Wasserverbrauchs
      • in Deutschland werden 145 Mio. Tonnen Treibhausgase pro Jahr durch die Nahrungsmittelproduktion emittiert (Vergleich → Verkehr 171 Mio. Tonnen)

Nützliche Links: